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Direkt an der Grossstadt und doch mitten in der Natur: Schwaig bietet viele Möglichkeiten.

Die Gemeinde Schwaig b.Nürnberg besteht aus den Ortsteilen Schwaig, Malmsbach und Behringersdorf mit rund 9.000 Einwohnern. Unmittelbar an Nürnberg angrenzend, erstreckt sich das Gemeindegebiet beiderseits des landschaftlich reizvollen Pegnitztales und wird im Norden durch den Sebalder, im Süden durch den Lorenzer Reichswald eingerahmt. Der Ort hat sich dank seiner verkehrsgünstigen Lage, seiner Nähe zur Stadt Nürnberg und seines hohen Freizeitwertes prächtig entwickelt.

Viele Wanderwege erschließen die Schönheiten des Reichswaldes. Erwähnenswert sind der Nordic-Walking-Park mit vier Trails, der mit 52 km beschilderten Waldwegen einer der größten Parks Deutschlands ist. Vorbei an Schwaig führt der Fünf-Flüsse-Radweg sowie der fränkische Dünenweg. Interessant und abwechslungsreich ist das Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost, ebenso der Pegnitztal-Rundweg und Radtouren durch den Lorenzer Reichswald. Eltern und Kinder können am generationenübergreifenden Spielplatz ihre Beweglichkeit trainieren. 

Durch die Anbindung an die Autobahn und öffentliche Verkehrsmittel liegt Schwaig verkehrsgünstig für Ausflüge in das Nürnberger Land und in die Stadt Nürnberg mit ihren Sehenswürdigkeiten. Darüber hinaus bietet die Gemeinde ein ausgewogenes kulturelles Angebot. 

Das Hallenbad „Pegnitzaue“ mit Wintergarten lädt zum Schwimmen ein. Während der Sommermonate ist Relaxen auf der Liegewiese im schönen Pegnitztal möglich, während sich die Kleinen im Kinderplanschbecken mit Schiffchenkanal vergnügen; Wildwasserkanal und Wasserliegen sind ganzjährig in Betrieb.

Die Gemeinde Schwaig, zum Regierungsbezirk Mittelfranken gehörend, liegt im Landkreis Nürnberger Land und ist etwa elf Kilometer östlich vom Stadtkern Nürnberg entfernt. Geografisch befindet sich Schwaig auf der Nord-Süd-Achse von Hamburg nach München und auf der Ost-West-Achse von Paris nach Prag.

Eine Besonderheit der Gemeinde ist die naturräumliche Lage. Im Norden und Süden von großen Waldflächen umgeben, verläuft mitten durch das Gemeindegebiet die Pegnitz, die sich in großen Mäandern Richtung Nürnberg windet. Dieses weitestgehend naturbelassene grüne Herz und die angrenzenden Wälder sind für die Bevölkerung ein wichtiges Naherholungsgebiet, das die örtliche Lebensqualität entscheidend aufwertet.

Spätbronzezeitliches Keltengrab
Das Gebiet um Behringersdorf und Schwaig war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie Grabfunde im Sebalder Wald und Spuren eines Ringwalles im Lorenzer Wald am Schneidersbach beweisen. Beim Sandabbau im Sebalder Reichswald am nordwestlichen Ortsrand von Behringersdorf wurden 1966 Spuren eines bronzezeitlichen Friedhofs freigelegt. Die 12 archäologisch untersuchten Gräber stammen aus der späten Bronzezeit. Ausgrabungen brachten neben Bronzeschwertern und Lanzenspitzen, als Teile der männlichen Bewaffnungsausrüstung, auch reichen Frauenschmuck aus Bernstein und Bronze zu Tage. Die zugehörige Siedlung lag nur einige hundert Meter entfernt. Dort wurden neben einer Vielzahl von Keramikscherben auch Webgewichte aus Ton als Überreste eines Webstuhls gefunden. Die Nachbildung eines dieser Gräber ist in der Grünanlage bei der Straße "Am Zollholz" zu sehen.

Historischer Ortskern Behringersdorf
Kulturgeschichtlich ist die barock ausgestaltete Maria-Magdalena-Kirche in Behringersdorf am bedeutendsten. Sie bildet mit dem „Alten“ und „Neuen“ Schloss der Tucher, dem Mesner- und dem

Pfarrhaus ein interessantes Ensemble aus dem 18. Jahrhundert. Christoph Wilhelm von Tucher ließ die alte von Erhard Schürstab 1439 erbaute Kapelle abreißen und die neue barocke Kirche darauf errichten  und 1719 weihen. Baumeister war Johann Ulrich Mösel. Der Stuck im Inneren stammt wohl von dem in Franken sehr beliebten Donato Polli (1663-1738). Der Altar mit dem Bild der „Magdalena unter dem Kreuz“ von Johann Daniel Preißler (1666-1737) wurde von dem Patrizier Christoph Carl Pfinzing und seiner Gemahlin Helena Catharina geb. von Tucher 1718/19 gestiftet. Noch bis 1900 wurden die Toten der Gemeinde um die Kirche bestattet und bis zum Jahr 2000 hatten die Freiherrn Tucher von Simmelsdorf das Kirchenpatronat inne. Gegenüber der Kirche steht, umgeben von einer Sandsteinmauer, das Pfarrhaus von 1749. Neben der Kirche befindet sich der alte Herrensitz. Dieses eher unscheinbare Gebäude erscheint in den Quellen des 16. Jahrhunderts als „Groland’scher Sitz“. Es reicht in der Bausubstanz aber ins 15. Jahrhundert zurück. 1552 wurde der Wohnturm im 2. Markgrafenkrieg ruiniert und wieder in Stand gesetzt. Wenig später wurde er erneut durch einen Brand beschädigt und von Christoph Wilhelm Tucher 1715 in die heutige Form gebracht.

Oberhalb des alten liegt das „Neue“ Schloss. Es handelt sich dabei um einen 30 Meter langen, zweigeschossigen Sandsteinbau mit Walmdach und großem Zwerchgiebel, der 1717 unter Leitung des Baumeisters Johann Ulrich Mösel als „Schwarzbau“ begonnen wurde. Genehmigt war zunächst nur eine „Winterung“ für Kübelpflanzen und ein Schupfen. Der Bauherr hielt sich allerdings nicht an diese Pläne. Er hatte Größeres vor, wofür ihm jedoch keine Genehmigung erteilt wurde. Da trotzdem daran weiter gearbeitet wurde, untersagte das zuständige Waldamt Sebaldi den Weiterbau. Nach einem Rechtsstreit, der sich lange hinzog, kam bis 1720 der Rohbau unter Dach und in den folgenden Jahren wurde nur das Erdgeschoss soweit ausgebaut, dass es bewohnbar war. Altes und Neues Schloss sind heute noch im Besitz der Familie Tucher. 

Wasserschloss und Beuglerhof in Malmsbach
Der kleine Ortsteil Malmsbach, westlich von Schwaig gelegen, ist älter als Schwaig und war ein bedeutender Herrensitz. Seine erste urkundliche Erwähnung ging auf denselben Kaufvertrag aus dem Jahre 1323 zurück, in dem auch Behringersdorf an den Burggrafen von Nürnberg überging. Die ursprüngliche Malmsbacher Talburg wurde 1449 zu Beginn des ersten

Markgrafenkrieges von den Nürnbergern geplündert und gebrandschatzt. Von dem nachfolgenden Besitzer Ludwig Pfinzing wurde die Behausung ab 1463 wieder aufgebaut. 1504 spricht man erstmals von „Schloss“. Bis 1835 blieb der Komplex erhalten. Dann wurden Schloss, Kapelle und äußeres Torhaus abgetragen und die Steine von dem damaligen Inhaber, dem Papierfabrikanten Hahn aus Röthenbach für seinen Neubau verwendet. Erhalten blieben Wall, Graben und das innere Torhaus (verändert durch ein neues vorkragendes Fachwerk im Obergeschoss). Der innere Bereich des alten Herrensitzes wurde aufgeteilt und verkauft.

Das schöne Haus „Beim Bauern“ steht in Malmsbach an der Ecke  Mustleitenstraße/Schlossgrabenstraße. Seine eingeschossige Bauweise mit hervorragend erhaltenem Fachwerk am Westgiebel und dem Halbwalmdach legen als Entstehungszeitpunkt den Beginn des 17. Jahrhunderts nahe. Gleich alt dürfte der Fachwerkstadel an der Mustleitenstraße sein. Das große „Wohnstallhaus“ mit Mensch und Tier unter einem Dach hat auch heute noch seinen Eingang an der Traufseite zum Hofraum hin. 1717 war das Gebäude bereits baufällig und musste von der damals hier lebenden Familie Prodengeyer aufwendig renoviert werden. Dabei wurde auch das Erdgeschoss mit Sandstein verbaut. Seit 1868 gehörte das Anwesen vier Generationen lang der Familie Beugler. Die letzte Tochter Käthe heiratete 1955 Johann Falk. Deren Sohn ist heutiger Besitzer. 1990 wurde die Landwirtschaft eingestellt.

Historischer Ortskern Schwaig
Auf einem alten Zeidelmuttergut des Reichswaldes entstand in Schwaig im 16. Jahrhundert ein dreigeschossiger Herrensitz. Wann dieser Gutshof entstanden ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Es kann jedoch mit Sicherheit angenommen werden, dass es einer der ältesten Höfe im Ort ist, dessen Eigentümer sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Darunter waren reiche Nürnberger Bürger und Patrizierfamilien wie Ebner, Dietz, Lengenfelder, Gugel, Hardesheim und Dietherr. Unter Christoph Wilhelm Waldstromer, der den Sitz Schwaig 1766 geerbt hatte, folgten umfangreiche Renovierungsmaßnahmen. Dann ging das Schwaiger Schloss in bürgerliche Hände über und war lange im Besitz der Familie Riegel. Noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Schloss Zentrum des kleinen Dorfes. Doch wegen eines massiven Bevölkerungszuwachses durch Heimatvertriebene nach 1945 benötigte man in Schwaig einen eigenen Kirchenraum. Die Schwaiger gehörten bis dahin zur Behringerdorfer Pfarrei, die 1952 das Gebäude erwarb und das Erdgeschoss in einen Gottesdienstraum mit Empore umwandelte. Im Jahr 1971 übernahm die Gemeinde Schwaig das Anwesen einschließlich der Nebengebäude. Mit einer umfassenden Renovierung des gesamten Bereiches wurde ein Kulturzentrum geschaffen. Seit 1992 finden im Schloss kulturelle Veranstaltungen statt und im Obergeschoß steht das Standesamtszimmer Heiratswilligen zur Trauung zur Verfügung. 

Auf der anderen Seite des Schlosses steht die ursprünglich zum Schloss gehörende Fürsattelscheune aus massivem Sandstein. Das Gebäude mit dem Fachwerkgiebel aus dem 18. Jahrhundert wurde anfangs der 90er Jahre unter Einbeziehung des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege grundlegend saniert. In dem Gebäude wurden eine Bücherei und Räume für Kurse der Volkshochschule und andere Veranstaltungen eingerichtet.

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