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Wirkungsorte Karls IV.


Die "Goldene Straße"

Die Eltern Karls IV. - Elisabeth, Erbin der böhmischen Krone, und Johann, Herzog von Luxemburg - wurden 1310 miteinander vermählt. Durch diese Ehe entstand bei Karl IV. der Wunsch nach einer Verbindung der beiden unter der böhmischen Krone vereinten Länder. Karl gelang es durch geschickte politische Verhandlungen, Hochzeiten und Tauschgeschäfte Ländereien zwischen Prag und Nürnberg zu erwerben und die beiden Städte durch eine rechtlich privilegierte Handelsroute – die „Goldene Straße“ – zu verbinden.

Heute kann die „Goldene Straße“ entlang der Bundesstraße B14 mit dem Auto, auf einem Wanderweg oder auf dem Paneuropa-Radweg erlebt werden. Die Orte, die entlang der Straße lagen, bedachte Karl IV. mit Zoll-, Geleit- und Handelsprivilegien sowie Markt- und Stadtrechten, was ihnen Bedeutung und Reichtum bescherte.

Die Pegnitzstadt Lauf war der letzte größere Stützpunkt auf böhmischen Boden vor Nürnberg entlang der „Goldenen Straße“. Das markanteste Gebäude Karls IV. in Lauf ist die Kaiserburg, die neben der Verwaltung vor allem der Repräsentation diente.

Aber auch die anderen Orte an der Goldenen Straße profitierten, wie zum Beispiel Rückersdorf, Reichenschwand, Pommelsbrunn oder Hartmannshof. Nicht zu vergessen Hersbruck: Unter Karl IV. begann der Bau einer Stadtbefestigung unter Einbeziehung des Hersbrucker Schlosses, das dem durchreisenden Adel als Quartiert diente. Das Wirken Karls beschränkte sich jedoch nicht auf die Goldene Straße. Vielmehr beeinflusste er das Leben im gesamten Nürnberger Land auf vielfältige Art und Weise.

Burgherr Karl und die Forellen

Velden – mit knapp 2.000 Einwohnern eine der kleinsten Städte Bayerns – erhielt von Karl IV. sowohl das Stadtrecht als auch das Fischereirecht. Der Legende nach schmeckten Karl die Forellen aus der Pegnitz so gut, dass er diese Rechte verlieh. In den Besitz von Velden gelangte Karl durch die Heirat mit seiner zweiten Frau Anna von der Pfalz. Auch die Burgen Hartenstein und Hohenstein und der Ort Vorra gelangten so in seinen Besitz.

Karl, der Städtebauer

Anstelle der Burg, die einstmals auf dem Schnaittacher Rothenberg existierte, steht heute die letzte große Barockfestung Europas. Karl IV. erwarb die Lehensherrschaft über den Rothenberg im Jahr 1360. In der Folge entstanden neben der damaligen Burg eine Stadt mit Werkstätten, einem Badehaus, Vieh- und Pferdeställen sowie einer Schänke. Sogar einen eigenen Pfarrhof, ein Rathaus und einen Herrensitz soll es dort gegeben haben.

Der religiöse Karl

Vom Kloster Engelthal sind nur noch Mauerreste erhalten. Karl IV. besuchte es mehrfach, um dort den Segen der Mystikerin Christine Ebner von Eschenbach zu erhalten. Schon als Jugendliche hatte die Dominikanerin Visionen und außerordentliche Gnadenerlebnisse und galt später als Person von öffentlichem Rang.

Karl und die Bienen

Nicht nur im Norden des Nürnberger Lands hinterließ Kaiser Karl seine Spuren. Die heutige Musikschule in Feucht war einstmals Zeidelgericht. Die Gerichtsbarkeit sowie auch die Zollfreiheit erhielten die Feuchter Zeidler von Karl IV. im Jahr 1350 und er bestätigte sie als Organe der Waldaufsicht. Als Gegenleistung für die umfangreichen Rechte konnte der Kaiser die Zeidler zum Dienst mit der Armbrust einberufen. Deshalb findet man im Wappen der Marktgemeinde Feucht heute noch das so genannte Zeidelmännchen mit der Armbrust über der Schulter.